9 Fragen an: Knoepfchen & Horda

In dieser kleinen Kurzinterview-Serie möchte ich Künstler*innen und anderweitig aktiven Personen, die Bezug zum Heidentum haben, neun Fragen stellen und ihre Antworten hier in meinem Blog präsentieren. Die Fragen sind stets die gleichen, die Antworten hingegen dürften abwechslungsreich ausfallen, was das Ganze in meinen Augen interessant macht. Es geht nicht um einen Dialog, sondern um den persönlichen Weg, persönliche Sichtweisen und die Betrachtungen der Befragten.

Diese „9 Fragen“ gingen an Knoepfchen und Horda, die ihr sicherlich aufgrund ihrer Musik mit „Waldtraene“ kennt. Das Pagan-Folk-Duo aus dem Thüringer Harz begann im Jahr 2010 und kann inzwischen einige Alben und diverse Live-Auftritte vorweisen. Das neue Album „al daz jar“ wird am 20.11.2020 veröffentlicht. Knoepfchen singt parallel auch noch bei Odroerir, einer Pagan-Metal-Band aus Thüringen.

Hier aber nun die Antworten auf die „9 Fragen“, für die ich mich an dieser Stelle bedanken möchte.

Foto-Copyright für das Titelbild: MB.Concert.Photography

Viel Spaß!

 

Horda und Knoepfchen, auch bekannt als Waldtraene

Wer bist du?

Knoepfchen: Ich bin ich – ich im hier und jetzt – Genießerin, Schöpferin meines Weges, Freigeist, Suchende, Begreifende, Heilende, die Ordnung in meinem Chaos, das Chaos in meiner Ordnung.

Horda: Ein Wanderer zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Geschichte und Selbsterfahrung, zwischen Mensch und Gott. Ein Seher der Gegensätze und ein Gegensatz.

 

Woher kommst du?

Knoepfchen: Ich komme nach einem langen Weg meinen Wurzeln immer näher. Jeder Schritt, jede Erfahrung, jedes Lächeln und jeder Schatten hilft mir zu erkennen woher ich komme. Meine jetzige Reise begann am Fuße des Harzes. Zwischen Bergen und Tälern, im Wald und an der wilden Wode (heute Bode genannt) fühle ich mich zu Hause.

Horda: Aus dem Rad.

 

Was ist dein Weg?

Knoepfchen: Lernen, Weitergeben, Begreifen, Sichtweisen eröffnen, Grenzen überwinden, Zeit schenken und sie mit Schönheit füllen, Achtsamkeit leben, mich selbst begreifen.

Horda: Das Hinnehmen meiner Bestimmung. Ich werde es sehen.

 

Was ist dein Ziel?

Knoepfchen: Harmonie und Ausgeglichenheit, Weitsicht, Menschen berühren, ein freier Geist – für immer. Gedanken zu Worten und Worte zu Melodien formen, zu Tränen rühren, ein herzliches Lachen provozieren. Menschen dazu bewegen festgefahrene Muster zu durchbrechen und im hier und jetzt einfach zu sein – gemeinsam. Heil werden, heil sein, Spiritualität neu entdecken und wiederbeleben.

Horda: Erkenntnis. Mein Weg.

 

Was trägst du bei dir?

Knoepfchen: Narben, Kratzer, Schatten, Steine. Traumen, Tränen, Wut, Traurigkeit. Lachen, Sonne, Wärme, Liebe. Kreativität, Hoffnung, Inspiration, Mut. Und ganz viel Farbe, Stifte, Klebeband, Melodien, Träume, Fantasie, Kindlichkeit, Ehrgeiz und Vision, um das alles zusammen zu etwas Neuem und Einzigartigem zu kreieren.

Horda: Meinen Wanderstab: Die Erkenntnisse meiner vorherigen Wege.

 

Wer oder was prägt dich?

Knoepfchen: Mein Mann, meine Tochter, Familie und Freunde, Begegnungen an vielen Feuern. Meine Erlebnisse, überwundene Tief- und Höhepunkte. Kleine Helfer – Dinge die sich plötzlich offenbaren und ein Durcheinander plötzlich zu etwas sinnhaftem werden lassen. Gespräche und Austausch, das Lernen voneinander.

Horda: Intuition, mein Wyrd und die Wesen die mir auf dem Weg begegnen.

 

Was treibt dich an?

Knoepfchen: Mein eigener Weg, meine Ziele, meine Wünsche und Hoffnung. Das Träumen und der Wunsch nach stetigem Fluss. Der Wunsch mich selbst zu verwirklichen und etwas da zu lassen, an dem sich andere erfreuen und es für sich auf ihrem Weg nutzen können.

Horda: Das Erschaffen, die Selbstverwirklichung. Und das Teilen des Erschaffenen.

 

Was ist dir wichtig?

Knoepfchen: Achtsamkeit mit sich selbst und seiner Umgebung und Achtung vor Mensch und Natur, sowie der Blick für die schönen Dinge des Lebens. Zeit ist mir sehr wichtig um mich selbst auch immer wieder daran erinnern zu können und so zu leben, wie ich einst gern leben möchte. Im Moment gebe ich mir Raum Dinge nicht perfekt zu tun, sondern sie einfach zu beginnen.

Horda: Gesehen zu werden. Etwas auf dem Weg für die zu hinterlassen, die eben diesem Pfad folgen. Sie sollen wissen, dass ich es war.

 

Wem opferst du?

Knoepfchen: Ich opfere nicht, ich schenke. Ich beschenke die Geister des Ortes, die Geister des Landes und Mutter Natur. Ich schenke dem Wald ein Lied wenn ich mit Mann, Hund und Kind spazieren bin, lasse an manchem Ort etwas von mir zurück. Ich schenke meinen Ahnen Speis und Trank, sowie Lichter und schenke das am Leben halten gemeinsamer Erinnerungen.

Horda: Ich schenke.

 

 

 

 

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