Der Köterberg

Der Köterberg, 1430 erstmals urkundlich erwähnt, ist mit 495,8 m ü. NHN der höchste Berg im Mittelteil des im Weserbergland auf der Grenze von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gelegenen Lipper Berglandes und liegt zwischen Lügde und Höxter. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit. Den Solling und das Wesertal kann man erblicken und an ganz klaren Tagen sogar den Harz mit dem „Brocken“. Nach Süden reicht der Blick bis zum Reinhardswald, im Westen liegt das Egge-Gebirge und der Teutoburger Wald mit Hermanns-Denkmal und im Norden schließen die waldreichen Höhen um Pyrmont den Horizont.

 

Blick vom Räuschenberg auf den Köterberg
Blick vom Räuschenberg auf den Köterberg (Foto von Tsungam, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

 

1929 wurde auf dem Köterberg das Köterberghaus in Form einer schlesischen Bergbaude errichtet, das heute als Restaurant dient. Zusammen mit dem 100 Meter hohen Fernmeldeturm und dem großen Außenbereich ist es ein beliebtes Ausflugsziel auf dem Gipfel des Berges. Früher auch „Keutersberg“ und in diversen Karten und Urkunden auch „Kottersberg“, „Keterberg“ und „Küterberg“ genannt, wurde der Köterberg vielfach genutzt. 1993 endete die militärische Nutzung durch die US Armee.

 

Blick vom Köterberg nach Süden
Köterberg, Blick vom Gipfel nach Süden (Foto von Sönke Kraft aka Arnulf zu Linden, GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

 

Der Name Köterberg hat dabei wohl nichts mit den lieben Vierbeinern zu tun, sondern vielmehr mit den Göttern oder auch Götzen („Götterberg“, „Götzenberg“), die von unseren heidnischen Ahnen hier verehrt wurden. Die Brüder Grimm nennen in ihrer Veröffentlichung „Deutsche Sagen“ (Band 1, Nr. 9, 20) von 1816 den Köterberg ebenfalls „Götzenberg“, den sie 1814 in Begleitung des Freiherrn von Haxthausen einst selbst bestiegen. In „Deutsche Sagen“ schreiben die Gebrüder Grimm über den Köterberg: „Südlich auf einem waldbewachsenen Hügel am Fuße des Berges stand die Harzburg, wovon die Mauern noch zu sehen und noch vor kurzem Schlüssel gefunden sind. Darin wohnten Hünen und gegenüber, auf dem zwei Stunde fernen Zierenberg, stand eine andere Hünenburg. Da warfen die Riesen sich oft Hämmer herüber und hinüber.“
Am Köterberg spielt auch das Grimms Märchen „Die drei Vögelchen„.

In Bezug auf die heidnische Nutzung ist auch immer wieder von einer einst der Mondgöttin geweihten Kultstätte auf dem Köterberg die Rede. In diesem Zusammenhang und als Stützung dieser These ist daher auch der hier fließende Lonaubach interessant. Der Lonaubach, früher auch „die Luna“ (Lonau = Luna = Mond) genannt, entspringt als die „weiße“ und „schwarze Luna“ am nordöstlichen Fuße des Köterbergs. Die Namensgebung der Bäche und die ausgezeichnete Höhe des Berges passen somit zu dem auf dem Gipfel vermuteten ehemaligen Kultort und zur damit heidnischen Nutzung des Köterbergs als Götterberg. Auch heute wird auf dem Berg noch ein Osterfeuer (ein germanisch-heidnischer Brauch) entzündet, bei dem man, gute Sicht vorausgesetzt, bis zu zehn weitere entfachte Feuer auf rings umliegenden Höhen sehen kann. Auch der Osterräderlauf in Lügde soll bei guter Sicht ein Stück weit zu verfolgen sein.

 

Blick von der Wolfswarte im Harz zum Köterberg
Blick von der Wolfswarte im Harz zum Köterberg (Horizont). (Foto von Frank H. aus B., Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Neben dem Märchen „Die drei Vögelchen“ der Gebrüder Grimm, gibt es auch die Köterberg-Sage um den Schäfer und die Springwurzel:

„Vor langer Zeit hütete einmal ein Schäfer auf dem Köterberg friedlich seine Schafe. Als er sich umwandte, stand ein schönes Königsfräulein (in manchen Überlieferungen auch eine Fee, Anm.) vor ihm und sprach: „Nimm die Springwurzel und folge mir nach!“ Die Springwurzel erhält man dadurch, dass man einem Grünspecht das Nest zukeilt.
Sobald der Vogel das merkt, fliegt er fort und weiß die wunderbare Wurzel zu finden, die ein Mensch noch immer vergeblich gesucht hat. Er bringt sie im Schnabel und will sein Nest damit wieder öffnen, denn hält er sie vor den Holzkeil, so springt dieser heraus. Macht man nun Lärm, wenn der Specht herankommt, so lässt er die Wurzel erschreckt fallen.
Der Schäfer ließ seine Schafe allein und folgte der Königstochter nach. Sie führte ihn durch eine Höhle in den Berg hinein. Kamen sie zu einer Tür, musste er die Wurzel vorhalten, und alsbald sprang die Tür krachend auf. So kamen sie mitten in den Berg. Da war ringsum in Körben Gold und Silber aufgehäuft, und die Königstochter sprach zu dem Schäfer: „Nimm dir, so viel du willst!“ Er griff in die Körbe und füllte seine Taschen. Als er nun reich beladen wieder fortgehen wollte, sprach sie zu ihm: „Vergiss aber das Beste nicht!“ Er meinte nicht anders, als wären das die Schätze, und glaubte sich gut versorgt zu haben. Aber es war die Springwurzel, die er auf den Tisch gelegt hatte. Als er nun ohne die Wurzel hinaustrat, schlug das Tor mit lautem Schall nahe hinter ihm zu, so dass es ihn fast an der Hacke verwundet hätte. Die großen Reichtümer brachte er glücklich nach Hause, aber den Eingang konnte er nicht wiederfinden.“

Es passt zur Sage, dass es immer wieder Bemühungen gab, Gold, Silber, Kupfer und Blei am Köterberg abzubauen. Allerdings ohne großen Erfolg.

 

Ein schönes Video mit Flug über den Köterberg:

 

 

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