Feldgeist

Ein Feldgeist am Straßenrand

Wie ich im Artikel „mein Heidentum“ bereits erklärt habe, sind für mich die Wesen der Orte, neben den Göttern und Ahnen, wichtige Bezugspunkte in meinem Leben. Ich kann nicht erklären, warum ich sie hier und da spüre oder sehe und woanders vielleicht nicht. Ich erlebe sie einfach, soviel ist sicher. Bei einem Waldgang in der Dämmerung letztens oder, wie auf dem Foto hier, auf dem Weg zur Arbeit und wieder nachhause. Es ist gar nicht so sehr die Tatsache, dass Äste wie Arme aussehen oder Punkte Augen darstellen können, sondern vielmehr die Empfindung, es mit etwas Lebendigem zu tun zu haben. Es ist auch keine Vermutung, sondern eine Tatsache für mich, ohne dass ich das rational erklären könnte, was ich auch gar nicht möchte oder kann.

Hier also ein Bild eines Wesens, an dem ich jeden Tag zweimal vorbeikomme. Für manche bloß wildes Gestrüpp am Straßenrand, für mich ein sichtbares Wesen des Ortes, das ich jedes Mal spüre und erlebe, wenn ich an ihm vorbeikomme. Ein Feldgeist, der mich berührt und in Verbindung treten lässt. Deshalb grüße ich ihn und wünsche ihm einen schönen Tag oder einen guten Abend, solange er dort ist. Ich bin mir sicher: Er macht diesen Ort zu einem guten Ort.

Daher Heil den Wesen der Orte!

 

Hinweis: Interessant sind in diesem Zusammenhang die Bücher von Wilhelm Mannhardt „Wald- und Feldkulte: Band 1: Der Baumkultus der Germanen und ihrer Nachbarstämme“ aus dem Jahr 1875 und „Die Korndämonen“ aus dem Jahr 1868. Beide Bücher gibt es kostenlos online, da inzwischen gemeinfrei.

 

 

 

 

 

 

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