Neu im Bücherregal: „Karlsschanze, Drudenhöhle, Irminsul“

Einen ganz besonderen „Leckerbissen“ habe ich mit „Karlsschanze – Drudenhöhle – Irminsul: Geschichte und Geschichten der Heimat“ von Hubertus Hagemeier erstanden. 2010 erschienen, kann man das Buch per „Druck on demand“ bestellen. Es wird also gedruckt, wenn man es ordert. Auf 147 Seiten führt Hagemeier die Geschichte des Ortes aus verschiedenen Standpunkten der Forschung auf und gibt, gepaart mit Erzählungen und Überlieferungen, ein Bild ab, welches kaum genauer sein könnte. Dass es mir die Behmburg (Karlsschanze) und die Drudenhöhle angetan haben, kann man meinem Blogeintrag über meinen Besuch vor Ort entnehmen.

Buchcover "Karlsschanze, Drudenhöhle, Irminsul"

In der Buchbeschreibung heißt es: „Zwischen Willebadessen und Kleinenberg, versteckt und bisher kaum von der Fachwelt wahrgenommen, liegt, an einem alten Pass durch das Eggegebirge oder Osning, wie der ganze Bergzug früher einmal hieß, geheimnisvoll und sagenumwoben die Karlsschanze. Von dieser alten Wallburg und dem dazu gehörenden Kultplatz Drudenhöhle, der Geschichte und von den Mythen und Sagen, die sich darum ranken, erzählt dieses Buch.“

Neben Sagen und Kultplätzen wird hier auch der viel diskutierte Standpunkt der Irminsul(en) sachlich und logisch angegangen und erörtert. Alte Wege, Straßen und Plätze werden mit Überlieferungen abgeglichen und so kommt am Ende die Behmburg (wie sie hieß, bevor der Paderborner Erzbischof Ferdinand Freiherr von Fürstenberg sie in Karlsschanze umbenannte) als ein möglicher und sogar wahrscheinlicher Standort des sächsischen Heiligtums in Betracht. Natürlich wird auch die Karlsschanze selbst beleuchtet und erklärt. Die Lage, ihre Dimensionen, das Alter, ihre Geschichte und Funktion werden erläutert. Ebenso werden gemachte Funde, Grundrisse und Bauweisen historisch abgeglichen. 

Kritik: Die Zusammenfassung des germanischen Glaubens findet auf einer halben Seite nur kurz statt, was nicht weiter dramatisch ist. Allerdings taucht dabei der ein oder andere Fehler auf. So soll z.B. Odin sein Auge beim Selbstopfer an Yggdrasil verloren haben, was ja bekanntlich an Mimirs Quelle geschah und nicht mit dem „Hangatyr“ zusammenhing. Da dieses Thema allerdings nur am Rande gestreift wird und keinen zentralen Punkt des Buches darstellt, kann man wohl davon ausgehen, dass die weiteren Recherchen grundsätzlich genau waren und deren Ergebnisse ebenso verwendet und wiedergegeben worden sind.

Unter dem Strich bleibt ein kleines Buch, dessen Seiten ich wirklich verschlungen habe. Gerade in Bezug auf diese Epoche, kombiniert mit der Region und seiner Geschichte gibt es ja leider nicht all zuviel zu lesen. Umso schöner, auf dieses Buch gestoßen zu sein.

 

Über den Autor: Hubertus Hagemeier wurde in Willebadessen geboren. Seit Abschluss seines Studium der Forstwissenschaft und Sozialarbeit ist er in Lippstadt als Sozialarbeiter tätig. Er engagiert sich im Verein für Geschichte und Altertumskunde Paderborn und in der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen. Darüber hinaus bietet er Waldführungen an.

Karlsschanze, Drudenhöhle, Irminsul, ISBN 978-3868057331

 

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