Musik: Odal (Nytt Land)

Nytt Land
Nytt Land (2016)

Nytt Land sind wieder da. Mit „Odal“ präsentieren Anatoly (Gesang, Kehlgesang, Tagelharpa, Perkussion, Mixing) und Natalya Pahalenko (Gesang, Kehlgesang, Rahmentrommel, Maultrommel, Schnabelflöte), Vladimir Titkov (Schnabelflöte, Blockflöte, Schlagzeug, Stimme) und Sergey Silitcky (Schlagzeug, Perkussion, Stimme) aus Kalatschinsk in Sibirien ihr inzwischen achtes Album. Anatoly und Natalya zeichnen dabei für Komposition und Produktion verantwortlich. Auch ein paar Gastmusiker tauchen auf dem Album auf, darunter der vierjährige Yuri, Sohn von Anatoly und Natalya passend im Lied „Deyr Fé / The Heritage“.

ODAL…
ERBE…
Weg zu den Wurzeln…

Nun könnten einige sagen: „Odal“, das ist doch die Othala-Rune mit den „Füßen“ dran, die Guido von List in seinem „Armanen-Futhark“ verwendet hat, doch langsam. Es geht hier um die klassische Othala-Rune () und ihre Bedeutung für Erbe, Besitz und Heimat. Auch Wardruna nutzen in ihrem Album „Ragnarök“ den Begriff „Odal“ für ein Lied und zeigen dabei die Othala-Rune (). Es geht hier also schlicht um Begrifflichkeiten und nicht um das Symbol selbst.

 

Natalya “Krauka” Pakhalenko
Natalya “Krauka” Pakhalenko

 

Das Album „Oðal“ ist laut Aussage der Band inspiriert von der traditionellen Musik der indigenen Völker Sibiriens, dem alten isländischen Epos und auch etwas von der Atmosphäre des klassischen norwegischen Black Metals.

Diesmal wurde das Album ohne Samples aufgenommen. Alle Instrumente wurden live eingespielt und die Lieder in einem der besten russischen Studios, im „Radio Sibir“, aufgenommen und abgemischt, was sich sehr positiv auf die Klangqualität auswirkt. Die Naturgeräusche wurden hingegen in Westsibirien und Nord-Norwegen aufgenommen.

Wie schon beim Vorgängeralbum „Fimbulvinter“ ist bei „Oðal“ die traditionelle sibirische Obertongesangstechnik, auch Kehlgesang oder „Kargyraa“ genannt, zu hören. Vor allem der Obertongesang von Natalia verleiht dem Ganzen einen besonderen Charakter und ist auch durchaus etwas Besonderes, da diese Technik wegen ihrer Körperlichkeit fast ausschließlich eine männliche Gesangspraxis ist.

 

Anatoly “Nordman” Pakhalenko
Anatoly “Nordman” Pakhalenko

 

Das Album wirkt, wie schon zuvor „Fimbulvinter“, melodischer und eingängiger als der Vorgänger. Hier kann man wirklich eine Entwicklung feststellen. Der „Tagelharpa Song“ z.B. ist da ein schönes Beispiel für. Es wird aber auch zum Teil etwas düsterer, was man in „Midsommar“ feststellen kann und was vielleicht im ersten Moment ein Widerspruch sein mag, stellen wir uns Midsommer doch eher als prachtvoll, hell, lebend und positiv vor. Aber es gibt ja auch düstere und regnerische Sommertage und vielleicht sehen Nytt Land bereits die kürzer werdenden Tage im Jahreskreis vor sich.

Auf jeden Fall schafft die Band den Spagat zwischen Wiedererkennungswert, Stiltreue und Entwicklung. Nytt Land gehen weiter und klingen dennoch absolut vertraut. Die deutliche Entwicklung in der Produktion tut ihr übrigens, um diese Band einen festen Bestandteil in der internationalen heidnischen Folkmusik-Szene (irgendeine Schublade braucht man ja) werden zu lassen. Denn trotz acht Alben, Konzerten mit Wardruna und Forndom, sind Nytt Land in Deutschland bei vielen noch relativ unbekannt. Zu Unrecht.

Also, es ist Zeit, den Weg zu den Wurzeln zu beginnen…

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