Ostara 2021

Wie so vieles dieser Tage, so war auch Ostara 2021 anders als ich es mir eigentlich vorgestellt hatte. Immerhin: Das geht wohl nicht nur mir so. Ursprünglich war wieder geplant, auf Burg Ludwigstein mit vielen anderen Heiden gemeinsam zu feiern. Ich war schon 2018 und 2019 dort (2020 fiel bereits coronabedingt aus) und habe es sehr genossen. Aufgrund der aktuellen pandemischen Lage fand ich die nun erfolgte Absage natürlich richtig, auch wenn das für den Burgbetreiber und die Organisatoren der Veranstaltung ein erneuter schwerer Schlag war. Wie so oft dieser Tage sind Entscheidungen nicht leicht, nie immer für alle gut und dennoch müssen sie getroffen werden. So hoffe ich nun auf 2022.

Mein Altar

Trotz der Enttäuschung fand Ostara aber natürlich statt und sollte gebührend begangen und gefeiert werden. So habe ich mich für ein Blot in den späten Abendstunden entschieden. Etwas untypisch vielleicht, aber wenn schon einiges anders ist, dann halt auch gleich mal der Zeitpunkt. Bei ritueller Musik richtete ich den Altar mit Götterfiguren, bemalten Eiern und Hasensymbolen her, zündete Kerzen an und räucherte etwas. Dann beendete ich die Musik und löschte das Licht. Alleine vor dem Altar führte ich die Hammerhegung durch und rief die Götter, Wesen und Ahnen an. Ich opferte Freyr (Fruchtbarkeit), Eostre (Frühling/Leben) und Thor (Wetter/Schutz) für eine gute kommende Zeit und eine gute Ernte, bzw. ein gutes Ergebnis. Das beziehe ich zum einen auf die Natur aber auch auf uns Menschen und damit verbundene persönliche, menschliche „Investitionen“. Also z.B. empathisch zu sein und somit die Empathie unter den Menschen insgesamt wachsen zu lassen. Thor bat ich um reichlich Regen und versicherte ihm, dass wir mit einem verregneten Sommer besser klar kommen würden, als der Wald mit einem erneuten Dürresommer. Als Opfer gab ich Single Malt, Bier und reife Äpfel, die ich später Mutter Natur in den Schoß legte. Nach der Bitte um Heil und Segen für mich und meine Familie beendete ich das Ritual und verharrte noch ein wenig zu „Wunjo (ᚹ)“ („Wonne“) von Wardruna.

Ein schönes Blot, klein und innig. Ganz anders als das, was in Aussicht stand und doch schön, kraftvoll und befriedigend.

Ich wünsche euch und euren Lieben eine wundervolle Frühlingszeit, ein Erwachen des Lebens (auch eures eigenen Lebens), einen segensreichen Aufbruch in die neue Zeit im Jahreskreis und natürlich der Götter Segen. Bleibt gesund!

 

PS: Verzeiht mir bitte, wenn es jetzt den ganzen Sommer regnen sollte. 😉

 

 

      Der Ostermonat, der heutzutage als Passah-Monat übersetzt wird, hatte früher seinen Namen von einer Göttin jener [Leute], welche Eostra genannt wurde, und der sie in jenem [Monat] Feste feiern; von ihrem Namen geben sie der Osterzeit einen Beinamen, indem sie mit der gewohnten Bezeichnung für einen alten Gottesdienst die Freuden einer neuen Feierlichkeit benennen.

-Beda Venerabilis (De Temporum Ratione, cap. 15)
(Englischer Kleriker, zu Beginn des 8. Jahrhunderts über heidnische Eostra-Bräuche der Angelsachsen)

 

 

 

 

 

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