SiegfriedMuseum Xanten

Im August 2019 besuchten wir das SiegfriedMuseum Xanten (NRW). Xanten, in dessen Stadtkerns unmittelbarer Nähe sich vor etwa 2000 Jahren ein römisches Legionslager (Vetera), sowie die Colonia Ulpia Traiana (Hauptort der Provinz Germania inferiora bis zur Zerstörung durch die Franken 275 n.d.Z.) befand, ist eine sehenswerte und geschichtsträchtige Stadt. Für eine Besichtigung des Archäologischen Parks Xanten fehlte aber leider die Zeit, denn bei unserem Besuch ging es vornehmlich um Siegfried, Schmied und Drachentöter, Königssohn aus Xanten und Besitzer des Nibelungenschatzes. Er soll, wichtigen Handschriften der Sage nach, aus Xanten stammen.

Die Sage

Darstellung einer „Leichenverbrennung bei den Germanen“ von Anton Hoffmann aus den 20er Jahren.

Kurz zur Sage selbst: „Siegfried (in nordischen Sagen auch Sigurd) ist eine Sagenfigur verschiedener germanischer Sagenkreise, insbesondere der Nibelungensage. Wesentliche Elemente der Siegfried-Gestalt sind übermenschliche Kräfte, die Tötung eines Drachens, mit der in einigen Sagenversionen die Gewinnung eines großen Schatzes verbunden ist (hauptsächlich in nordischen; aber z. B. nicht im Nibelungenlied, in dem Horterwerb und Drachenkampf verschiedene Abenteuer sind) und seine Ermordung (im Nibelungenlied durch Hagen von Tronje; in einigen nordischen Überlieferungen durch Gottorm). Seine Biographie wird in allen anderen Elementen von den einzelnen Dichtungen, in denen er auftritt, stark unterschiedlich gestaltet; also sowohl seine Herkunft als auch der weitere Verlauf seines Lebens, die Gründe für seine Ermordung und der Ort des Mordes ebenso wie die von ihm benutzten magischen Requisiten (z. B. benutzt er nur im Nibelungenlied einen Tarnmantel, die sogenannte ‚Tarnkappe‘). Er wird als sehr mutig und tapfer beschrieben.“ (Quelle: Wikipedia)

Wir bereits oben zu lesen ist, gibt es nicht „die eine“ Siegfried-Sage, sondern verschiedene Versionen mit abweichenden Handlungen und Namen. Der Verfasser bis heute nicht bekannt. Interessant ist auch, dass die Sage in verschiedenen nordisch-germanischen Schriften auftaucht. In den nordischen Versionen der Nibelungensage heißt Siegfried allerdings Sigurd und taucht auch in der Lieder-Edda, der Snorra-Edda und in der Thidreks Saga auf. Auch viele Attribute, wie Siegfrieds dicke Haut, seine Unverwundbarkeit, aber auch sein Mut und seine Kraft finden vielerlei Anlehnungen in anderen Schriften. Das Werk birgt daher heute noch viele Geheimnisse. Rätselhaft sind auch die historischen Bezüge. Sagenhaftes wurde vielfach umgedeutet und natürlich auch zum nationalen Mythos verklärt. Der sagenumwobene Nibelungenschatz soll irgendwo auf dem Grund des Rheines liegen. Hagen versenkte ihn bei Nacht und Nebel. Das verlorene Rheingold wurde zum Mythos. Auch wir haben ihn leider nicht gefunden.

Das Museum

Siegfried und Gutrune

Das 2010 eröffnete Museum im Zentrum der historischen Altstadt Xantens wirkt von außen eher klein, erstreckt sich beim Rundgang jedoch über einige Gänge, die mit Ausstellungsstücken aus 600 Jahren Nibelungenrezeption aufwarten können. So sieht man anfangs Reste und zugehörige Informationen zu Xantens Bischofsburg, ehe man einige Bilder von Germanen (z.B. bei der Leichenverbrennung) betrachten kann. Die filmische Umsetzung der Sage wird ebenso in Auszügen gezeigt, wie die Darstellung in diversen Büchern. Auch die Nutzung der Namen für Produkte, Pläne und sogar militärische Aktionen findet man erklärt. Interessant und ernüchternd sind dabei die Verwendung und Verklärung durch die Politik im 20. Jahrhundert, speziell im Dritten Reich.

Es ist bemerkenswert, in wie vielen Bereichen, an wie vielen Orten und in welch großer Zeitspanne diese Sage wirkte und immer noch wirkt. Alleine die zahlreichen Bücher und Bilder sind kaum überschaubar. Dazu findet man ähnliche Sagen über ganz Europa verteilt. Ein kultureller Schatz, der bis heute mit ungeklärten Geheimnissen birgt. Nicht nur auf dem Grunde des Rheins.

Das Nibelungenlied ist übrigens eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur und wurde 2009 von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt.

 

Ein kurzes Video (nicht von mir) mit einigen Eindrücken vom Siegfried Museum:

 

 

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