Rettung der „Donarsteine“ von Quenstedt

UPDATE vom 12.07.2019: In einem Artikel des Amtsblattes der Einheitsgemeinde Stadt Arnstein bedankt sich Annette Suttkus, ehrenamtliche Beauftragte für archäologische Denkmalpflege, für die Spenden zur Sanierung der Donarsteine in der Kirche Quenstedt. Zitat: „Die für Sicherung und Neuaufstellung der Bildsteine notwendige Summe ist vorhanden, so dass nun die Arbeiten beginnen können.“. Das freut mich sehr. Ich denke, dass auch einige Heidinnen und Heiden ihren Beitrag geleistet haben.

UPDATE vom 23.08.2019: Inzwischen gibt eine offizielle Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, die HIER zu finden ist.

 

Ursprünglicher Artikel:

Am Wochenende stieß ich auf einen interessanten Spendenaufruf zur Rettung zweier alter „Donarsteine“. In einer kleinen Kirche in Quenstedt, Sachsen-Anhalt, existieren zwei sehr alte Bildsteine, die u.a. Thor (Donar) darstellen. Diese Quenstedter Kirche ist seinerzeit auf einem vorchristlichen Heiligtum errichtet worden und unter den Altarstufen befindet sich eine alte Opferstätte. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche umfassend umgebaut und erneuert. Dabei wurden jene Bildsteine gefunden, die sich leider in ziemlich schlechtem Zustand befinden. Die Kirchengemeinde sammelt nun Geld, um die Steine erhalten zu können. Auch im Gemeindebrief finden sich dazu auf Seite 8 ein paar Ausführen.
Dass Kirchen, Kapellen und Kreuze sehr oft auf vormals wichtigen heidnischen Orten errichtet wurden, ist bekannt. Der alte Glaube sollte ausgelöscht und ersetzt werden. Umso lobenswerter finde ich es, dass sich die örtliche Kirche, die ausgerechnet den Namen St. Bonifatius trägt,  dafür einsetzt, diese seltenen und einzigartigen Hinterlassenschaften unserer Ahnen zu erhalten. Natürlich könnte auch eine Landeskirche die fehlenden 3000 Euro spenden, aber solch versöhnliche Überlegungen bleiben wohl eher Wunschdenken. Da allerdings auch das Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege, die Archäologische Gesellschaft in Sachsen- Anhalt und die örtliche Sparkasse finanzielle Hilfe zugesagt haben, scheint das Anliegen eine echte Chance zu haben. Daher möchte ich diesen Spendenaufruf unterstützen und hoffe, dass möglichst viele Menschen davon erfahren und vielleicht auch etwas spenden.

Der Spendenaufruf

Hier der Original-Text zum Spendenaufruf im Amtsblatt der Einheitsgemeinde Stadt Arnstein (Ausgabe 05/2019) zur Rettung der Donarsteine von Quenstedt:

In der Kirche zu Quenstedt befinden sich zwei besondere Zeugnisse germanischer Religion: zwei Bildsteine, die Thor(Donar) in verschiedenen Szenen zeigen. Beide sind nur grob bearbeitet und weisen verschiedene Kantenlängen von 45 bis 57 cm bei einer Tiefe von ca. 18 cm auf. Wahrscheinlich haben unsere Vorfahren diese heiligen Steine im 7. Jahrhundert für kultische Zwecke genutzt. Sie wurden gefunden, als Mitte des 19. Jahrhunderts eine Fußbodenheizung in der Kirche installiert wurde. Durch einen Zufall haben sie mehr als tausend Jahre im Verborgenen überdauert; es gibt im weiten Umkreis nichts, das ihnen gleicht.

Doch nun sind sie in Gefahr. Der graue Sandstein, aus dem sie gefertigt wurden, löst sich aufgrund jahrelanger falscher Lagerung auf. Die gemeißelten Bilder werden durch den Austrieb von Salzen abgesprengt. Auf einer Darstellung hat Thor seinen Hammer schon fast verloren.

Um die Steine zu retten, müssen sie entsalzen und gefestigt werden. Dafür müssen etwa 7000 € aufgebracht werden. Einen Teil der Summe übernimmt das Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege, die Archäologische Gesellschaft in Sachsen- Anhalt hat eine Spende zugesagt, ebenso die Sparkasse. Es bleibt eine Finanzierungslücke von fast 3000 €.

Helfen Sie mit, dieses wichtige Denkmal unserer Vergangenheit zu retten und für nachfolgende Generationen zu erhalten.

A. Suttkus (Ehrenamtlich Beauftragte für archäologische Denkmalpflege)

Spendenkonto:
Kontoinhaber: KKA Sangerhausen
IBAN: DE77 800 55 008 0390 108 170
Verwendungszweck: KG Quenstedt, Spende Donarsteine

Die Zeichnungen stammen von Herrn Otto Teutloff, sie wurden 1991 in einem Heft zur Geschichte Quenstedts veröffentlicht.

 

 

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